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Oder bei Lebus

Hier kann man sonst nicht stehen. Nun ist der Wasserstand aber sehr niedrig und der Angler kann sich in Ruhe ansehen, wie sich die Strömungen in der Buhne auswirken.Von Lebus oder Neupodelzig aus gelangt man bis vor den Deich. Dort das Auto stehenlassen und sich bis zum Wasser vorarbeiten. Zum Teil führt ein direkter Pfad zum Wasser, manchmal muss man sich auch einen Weg suchen und um kleine Tümpel oder Altarme herumlaufen.Die Buhnen sind in diesem Jahr bedeutend flacher. Der trockene Sommer hat auch den Wasserstand der Oder beträchtlich sinken lassen.Wo sonst die Kehrströmung rauscht, wächst nun das Kraut. Im Winter wird sich hier wieder das Eis türmen und den Quappenanglern den Spass verderben...Blick auf das polnische Ufer der Oder.

Neu: Kartenansicht bei GoogleMaps

Info:

Die Oder ist eine wirkliche Herausforderung an jeden Angler. Von Berlin aus in etwa 90 Minuten erreichbar, bildet sie bisher die östliche Grenze unserer Angelausflüge. Die ersten Male haben wir überhaupt nichts gefangen und sind zwar ohne Fische, aber vollauf begeistert nach Hause gefahren.
Wir haben die Fische aber gesehen und kommen deshalb auch nicht auf dem üblichen Spruch, daß da gar nichts drin sei. Abends sieht man die Rapfen in Ufernähe rauben. Manchmal spritzt das Wasser direkt vor den Füßen des Anglers auf und ein silbriger Schimmer zeigt sich an der Oberfläche.
Bei meinem ersten Ausflug an die Oder ging ich zur Buhnenkante um auszuwerfen, und ein riesiger Welskopf ragte vor mir ganz kurz aus dem Wasser. Ich war gleichermassen erschreckt und fasziniert.
Die Trockenheit des Sommers (2004) hat auch den Pegel der Oder auf ein Minimum sinken lassen und wo im vergangenen Herbst das Wasser noch heftig über die Buhnenkanten rauschte, kann man jetzt trockenen Fusses bis an die äußerste Kante gelangen und seine Angel auswerfen.
In den Buhnenfeldern sind nun überall Sandbänke zu sehen und man kann sehr gut erkennen, wie die Strömungen in den Buhnen fliessen. Wer kann, der sollte jetzt an den Fluß fahren und sich so viel wie möglich einprägen, den der Wasserstand wird auch wieder steigen und sei

ne Geheimnisse verbergen.
Auf das winterliche Quappenangeln will ich hier nicht eingehen, das kann jeder in den Fachzeitschriften nachlesen. Viele Angler meiden die Oder bereits zu dieser Jahreszeit, verschreckt durch die Busladungen von Touristen, die dem Ruf der Quappe folgen. Dazu sei gesagt, daß man die Quappe auch in vielen anderen Flüssen der Region fängt, wo man noch in Ruhe angeln kann, auch wenn die größten Exemplare wohl nach wie vor in der Oder gefangen werden.



Anfahrt:

Von Berlin aus auf der B1 bis nach Seelow, dort rechts ab auf der 167 bis nach Lebus. Im Kreisverkehr sozusagen geradeaus fahren und dann leicht bergab geht es links weg. Der Strasse bis ans Ortsende folgen und dort vor dem Deich parken. Man kann auch auf der Strasse parallel zum Deich fahren und weiter hinten parken. Wer nicht weit laufen will, nimmt gleich den ersten Weg Richtung Hauptstrom, der wenige Meter nach dem Parkplatz zwischen den Altarmen hindurchführt. Sonst dauert es lange, bis man wieder an den Hauptstrom gelang, weil die Nebenarme im Winter und Frühjahr soviel Wasser führen, dass es keinen Durchgang gibt.



Typ: Fliessgewässer

Tiefe:

---------------------------FLACH_________________________________



Fischarten:

Hecht, Zander, Wels, Aal, Quappe, Rapfen, Brassen, Rotauge, Karpfen, Rapfen, Barsche... ...die Oder wird in vielen Zeitschriften immer wieder als fischreichster Fluss Deutschlands bezeichnet. Irgendwo müssen die das ja herhaben. Die genaue Anzahl der Fischarten ist umstritten, die Angaben schwanken zwischen 36 und 43 Arten.



Ufer:

Auf den Buhnen stabile Steinpackungen. Dazwischen sandige Ufer mit viel Bewuchs. Wegen der vielen Altarme ist es oft schwierig, an den Hauptstrom zu gelangen. Am besten vom Deich aus einen Weg suchen.



Jahreszeiten:

Im Frühjahr auf in den Altarmen auf Raubfische. Im Sommer auf Wels, Karpfen und Rapfen. Im Herbst auf Hecht, Wels und Zander. Im Spätherbst und Winter auf Quappen. Den ganzen Winter gegen die Eisschollen. ...wird fortgesetzt...



Karten:

Detlef Schneider, 15328 Küstrin-Kietz, Fischereihof OT Kuhbrücke Verkaufsstelle-Brücke am Umflutkanal Tel. 0172 382 39 58 Angel-Spezi Niederbarnim 16321 Schönow Dorfstr. 16 Tel.: 0 33 38/76 04 22



Erfahrungsbericht:

Bericht vom 26.05.2006
Frank und ich waren heute zum Anangeln an der Oder bei Lebus. Wir wollten es besonders gut machen und sind tapfer an dem ersten Zugang zu den Buhnen vorbeigelaufen. Das erwies sich aber bei dem noch immer recht hohen Wasserstand als ein Fehler.
Sämtliche folgenden Zugänge zum Hauptstrom waren noch nicht passierbar. Erst nach ca. zwei Kilometern Deichwanderung fanden wir schliesslich eine Möglichkeit, uns bis zum Strom durchzukämpfen. Es blies ein leichter Westwind, viele Wolken zogen über den Himmel, bis auf das kalte Wetter eigentlich ideal zum Raubfischangeln.
Auch der Hauptstrom führt noch viel Wasser, die Buhnen sind großflächig überflutet und in den Buhnenfeldern hat es viele Veränderungen durch Schwemmsand gegeben. Überall liegt noch das Treibholz und zeigt an, wie hoch das Wasser die ganze Letzte Zeit gestanden hat
Wir tasteten uns vorsichtig an die Buhnen heran, die ersten Würfe noch geduckt im Schilf, dann langsam vorarbeiten, es hat alles nichts genutzt, die Fische wollten nicht beissen. Eigentlich wollte ich ja heute einen anständigen Oderhacht fangen und hatte mir für meinen Jointed Wobbler im Hechtdesign auch beste Chancen ausgerechnet, aber die Hechte waren da wohl anderer Meinung.
Als mir das Rauben der Rapfen vor meinen Füssen dann zu bunt wurde, wechselte ich auf eine leichtere Rute und klemmte einen nur vier Zentimeter langen durchsichtigen Gummifisch an das Flexonitvorfach. Es dauerte nicht lange, da zuppelte auch schon ein kleiner Barsch an dem Gummifisch, aber die Rapfen haben mich mal wieder ausgelacht.
Nachdem wir die beiden Buhnen, die wir erreichen konnten, ausgiebig befischt hatten, beschlossen wir, zurückzugehen und es nochmal am Anfang der Buhnenfelder zu versuchen. Inzwischen hatte auch die Dämmerung eingesetzt und im Wasser war überall viel Aktivität zu beobachten. Überall klatschten die Rapfen aus dem Wasser und veranstalteten einen netten Lärm in den Buhnenfeldern. Einzig an unsere Köder wollten sie nicht gehen.

Also wieder auf Wobbler gewechselt, dann noch ein paar Würfe mit dem Heintzblinker, aber die Luft war raus, die Hoffnung verflogen. Wieder mal mussten wir uns mit der phantastischen Natur an der Oder zufrieden geben. Erschöpft, aber auch ohne Fisch zufrieden sind wir schliesslich zurück nach Berlin gefahren, mit der gegenseitigen Beteuerung, demnächst mal eine Nacht am Fluss zu verbringen und dann den Zandern aufzulauern.



Am Sonntag den 19.10. 2003 fuhren wir mittags in Berlin los und kämpften uns durch den sonntäglichen Verkehr bis nach Lebus. Im Ort bogen wir links ab und suchten uns den nächsten Feldweg bis zum Damm, wo das Auto geparkt wurde.
Einige Autofahrer haben es immer noch nicht begriffen und fahren mit ihren Blechkisten über den Deich bis ans Wasser.
Hoffentlich fällt denen die Ausrüstung ins Wasser! Auf fast jeder Buhne stand bereits ein Angler und wir hatten das Glück, noch zwei freie Buhnen zu ergattern. An diesem sonnigen Tag hatten die Hechte aber wohl keine Beißlaune, denn keiner der vielen Angler bekam einen Biss.
Das Wasser in den Buhnenfeldern ist gerade extrem flach, in den meisten Fällen kaum tiefer als einen halben Meter und es erschien uns kaum wahrscheinlich, dass die Hechte noch so flach stehen.
Also haben wir schließlich unsere Sachen gepackt und sind mit dem Wagen ein Stück weiter nach Norden gefahren. Weil es schon langsam düster wurde, haben wir nur noch das nötigste gepackt und sind wieder über den Damm marschiert, um noch einige Würfe zu wagen.
Hier war das Wasser in den Buhnenfeldern deutlich tiefer und frische Schuppen zeigten uns, dass hier kürzlich gefangen wurde. Wir sahen einige Fische steigen, viele Luftblasen und einige raubende Zander und Rapfen, aber bis zum Einbruch der Dunkelheit gelang es keinem von uns, einen Fisch zu haken. Immerhin haben wir einen Platz entdeckt, wo man auch gut über Nacht bleiben kann und wo das Wasser vor Fischen wimmelte.



Weiterführende Links:


Die Oder bei Wikipedia
Gewässertips bei Angeln.de

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