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Drei Tage-Zwei Angler-Ein Fisch

Auch auf meiner dritten Hausboottour hat mir das Wetter einen dicken Strich durch die Anglerrechnung gemacht. Zehn Grad Temperatursturz, Luftdruckschwankungen wie auf der Achterbahn und ergiebiger Regen machten den Ausflug zu einem kleinen Abenteuer.

Am Montag war es zwar schon wesentlich frischer, als am letzten, spätsommerlichen Sonntag, aber es war trocken und wir steuerten am späten Nachmittag unser Ziel, die Kanincheninsel im Fährsee an. Die Futterplätze wurden hergerichtet, die Montagen ausgebracht, das Lager aufgeschlagen und abends sassen wir entspannt auf der "Veranda" des Hausbootes und freuten uns auf zwei weitere Angeltage.

In der Nacht biss ein Brassen auf einen der Boilies, weiter passierte nichts. Am Morgen war die Temperatur heftig gefallen und Dauerregen mit starken Windboen schüttelte uns durch. Bis zum Abend waren große Teile der Ausrüstung durchnässt, zum Glück blieb aber das Zelt dicht, es hielt auch den Dauerregen der folgenden Nacht aus. Bisse blieben aus, nur einige Piepser verrieten, daß noch etwas Aktion am Futterplatz herrscht. Erst am Mittwochnachmittag liess der Regen nach, mittlerweile war es ziemlich frisch geworden und der Wind bliess mit Stärke fünf bis sechs über den See.

Längst hatten wir zwei der Karpfenruten gegen eine Stippe und eine Raubfischrute ausgetauscht, denn an einen Karpfenbiss mochte niemand mehr glauben. Ich versuchte es tagsüber mit der Spinrute, aber selbst die Hecht mochten nicht mehr beissen. Was uns aber bei diesen Wetterkapriolen nicht einmal mehr wunderte. Zweimal hatte ich einen spitzen Biss, konnte aber keinen verwandeln. Nachmittags wechselte ich zur Köderfischrute und montierte eine fette Plötze, die ich zwischen die Hauptinsel und die kleine Schilfinsel ausbrachte. Ich war gerade dabei, einen der Karpfenruten neu zu bestücken, da hörte ich plötzlich die Bremse der Hechtrute kreischen und setzte schnell einen Anschlag.

Da hing ein guter Fisch, das spürte ich sofort und der Fisch wollte schnell ins Schilf flüchten. Ich hielt dagegen und dank der stabilen Ausrüstung gelang es mir, ihn nach einige Minuten sicher zu landen. 85cm und fast vier Kilo Hecht lagen da im Kescher. Leicht verwundet, ein guter Fisch für ein gemeinsames Familienessen. 

Es blieb der einzige und letzte Biss unserer Angeltour, denn am Donnerstagmorgen mussten wir schon zurück zur Marina. Dabei hatten wir uns gerade erst an das Leben auf dem Hausboot gewöhnt und stellten fest, daß drei Tage einfach viel zu wenig sind. Vielleicht werden es ja nächstes Jahr ein paar mehr……..Bisse und Tage...


Ausbringen der Karpfenmontagen


Spinnfischen im Dauerregen


Nach dem Regen folgt Sonnenschein


18.09.2010, Autor: Jürgen


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